Poliermaschinen im Test 2019 – von Top bis Schrott

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Categories: Testberichte

Wir haben die beliebtesten Poliermaschinen bestellt und getestet. Unsere Erfahrungsberichte sind objektiv, kritisch und unabhängig.  Und eins sei vorweg gesagt, ein Bestseller muss nicht gleichzeitig auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Welche Auto-Poliermaschinen auf den Müll gehören und welche wir empfehlen können, zeigen die einzelnen Testberichte.

Darauf haben wir in unserem Test geachtet:

  • Leistung/Drehzahl (optimal 2.500 bis 6.300 Umdrehungen/Minute)
  • Stufenlose Drehzahl-Einstellung?
  • Softstart oder Sanftanlauffunktion?
  • Gewicht des Polierschleifers und Handling
  • Mit oder ohne Akku?
  • Anzahl un Qualität der beiliegenden Polierschwämme

Die Testgeräte im Überblick

Wir wollen herausfinden, ob die Bestseller bei Amazon auch tatsächlich leisten, was sie alle versprechen: Mühelosen Glanz und Beseitigung von feinen Kratzern. Hier ist unsere aktuelle Rangliste (Stand 02/2019).

dino kraftparket - politurmaschine im test

Dino Kraftpaket 9 mm, 650 Watt

Das Dino Kraftpaket 9 mm – 650 Watt ermöglicht dank Dual-Action-Technik eine hologrammfreie Politur mit tiefem, streifenfreiem Glanz. Das Ergebnis muss einen Vergleich mit dem Marktführer (Flex) nicht scheuen. Und das zu weniger als einem Drittel des Preises.

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tectake poliermaschine exzenter im test

TecTake Profi Exzenter mit XXL Zubehör

Mit dem umfangreichen Zubehörpaket und der Maschinenausstattung scheint der Polier-Exzenter von TecTake ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Die Bezeichnung “Profi” verdient die Maschine allerdings bei weitem nicht. Wir fanden im Test zu deutliche Kritikpunkte die eine positive Wertung unmöglich machen.

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Ratgeber

Zugegeben, eine Politur ist eine aufwändige Angelegenheit, egal ob du den guten alten Putzlappen favorisierst oder eine Poliermaschine zur Hilfe nehmen willst. Aber eines ist sicher, der Lack deines Autos wird es dir danken und dich mit wunderbarem Glanz belohnen. Außerdem tust du etwas für die Werterhaltung deines Fahrzeugs.

Auf dieser Seite möchten wir bei der Suche nach einer Poliermaschine, die zu deinen Ansprüchen passt, behilflich sein. Dafür haben wir auch viele Maschinen fachmännisch getestet. Außerdem erhältst du Tipps, was unbedingt zu beachten ist, um ein wirkungsvolles Ergebnis zu erzielen.

Handpolitur vs. Poliermaschine

Wer sein Auto schätzt, wäscht es regelmäßig, pflegt das Armaturenbrett, die Polster sowie den Fuß- und Kofferraum. Sind auch noch alle Glasflächen von innen und außen geputzt, hat man schon einiges an Zeit und Mühe investiert. Doch wer sein Auto liebt und bei Sonnenschein einen kritischen Blick auf die Motorhaube wirft, der sieht ein, nur eine sorgfältige Politur kann die Farbbrillanz des Lacks hervorholen und kleinste Kratzer verschwinden lassen.

Straßenverkehr, Witterungseinflüsse, Staub, Pollen, Baumsäfte, Vogelkot, Teer, Insekten-Anhaftungen und die nicht immer sanfte mechanische Reinigung in Auto-Waschanlagen setzen dem Lack deines Autos zu. Besonders problematisch sind die Wintermonate, wo Streusand und Salze den Lack zusätzlich beanspruchen. Bei unterlassener Pflege kann es schnell zu Lackschäden kommen. Es ist daher sinnvoll, den Lack vor und nach der kalten Jahreszeit besonders gründlich zu reinigen und mit einer anschließenden Politur zu pflegen, wenn nötig zu versiegeln.

Doch zunächst steht eine grundsätzliche Entscheidung an: Für welches Verfahren entscheidest du dich? Nimmst du die Politur nach der zeit- und kraftaufwendigen Reinigung auch noch manuell in Angriff, oder schaffst du dir eine Poliermaschine an? Du möchtest Zeit und Muskelkraft sparen und ein möglichst optimales Ergebnis erhalten, dann solltest du Folgendes über Poliermaschinen wissen:

Poliermaschinen-Typen

Die Exzenter-Maschine

Der Polierteller einer Exzenter-Maschine rotiert und schwingt gleichzeitig, ahmt damit die natürliche Bewegung bei einer Handpolitur nach. Maschinen dieses Typs sind leicht und handlich. So ermöglichen Exzenter-Schleifer auch dem ungeübten Nutzer ein ermüdungsfreies Arbeiten

Vorteil: Der sanfte Polierdruck minimiert das Risiko der Überhitzung und beugt somit Lackschäden vor.
Nachteil: Geringere Abtragleistung, der Poliervorgang benötigt mehr Zeit.

exzenter rotation poliermaschine
Das Wirkungsprofil der Rotation und eines Exzenter-Schleifers im Vergleich.

Die Rotationsmaschine

Wie es der Name schon sagt, bei diesem Maschinentyp dreht sich der Aufnahmeteller für die Polierpads lediglich um die eigene Achse. Er rotiert.

Vorteil: Die Maschinen erreichen höhere Drehzahlen. Die höhere Leistung wirkt sich selbstverständlich auf das Ergebnis einer Politur aus. Auch der zeitliche Aufwand verringert sich.

Nachteil: Vorsicht! Die Maschinen verlangen Erfahrung im Handling, weil bei zuviel Druck und höheren Drehzahlen Lackschäden durch Überhitzung entstehen können.

Worauf vor dem Kauf einer Poliermaschine geachtet werden sollte!

Abgesehen vom Preis, der unbestritten das stärkste Argument für eine Kaufentscheidung ist, stelle dir folgende Fragen:

  1. Wie viele Polituren plane ich pro Jahr?
  2. Welche Erfahrung besitze ich im Umgang mit Poliermaschinen?
  3. Welche Voraussetzungen bietet der gedachte Arbeitsplatz?
  4. Möchte ich eher große oder kleinteilige Flächen polieren?

Wenn du vorhast, nur dein eigenes Fahrzeug in den Genuss einer Politur zu bringen, dann kommen für Frage 1 nicht viele Einsätze pro Jahr zusammen, was für die Anschaffung einer preiswerten Maschine spricht.

Doch wie sieht es zu Frage 2 mit der Handhabung einer Poliermaschine aus? Macht es einen Unterschied, ob ein Gerät, mit dem ich einige Stunden arbeiten werde, 500 Gramm leichter oder schwerer ist? Ganz bestimmt! Besonders bei vertikalen Flächen ist nicht nur der Poliervorgang, sondern auch das Gewicht der Maschine zu meistern. Leichtgewichte sind also vorzuziehen.

Für Einsteiger ist außerdem eine Softstart Kontrollfunktion und eine stufenlose Regelung der Drehzahl angenehm, um schnell den “Respekt” vor kraftvoll rotierenden Maschinenteilen zu verlieren und sich mit der zunächst noch ungewohnten Arbeit anzufreunden. Im besten Falle sogar Spaß zu haben. Für vorgenannte Ausstattungen muss jedoch tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Wir kommen zu Frage 3 und checken den Arbeitsplatz. Ist eine Stromversorgung mit 220-240 V vorhanden? Wenn nicht, oder wenn ein Stromanschlusskabel als störend empfunden wird, sind Poliermaschinen mit Akkubetrieb die richtige Wahl. Bitte vor dem Kauf prüfen, ob Akku und Ladestation zum Lieferumfang gehören. Ansonsten kann sich die Investition für ein solches Gerät schon mal verdoppeln. Außerdem sind Akku-Ladezeiten und Maschinenlaufzeiten von Interesse, damit dir während des Polierens nicht der “Saft” ausgeht. Mit zwei geladenen Akkus ist man bei diesem Maschinen-Typ generell besser beraten. Wenn Steckdosen erreichbar sind, bleibt zu bedenken, dass Poliermaschinen mit Akkubetrieb in der Regel nicht so hohe Drehzahlen wie ihre verkabelten Verwandten erreichen. Poliermaschinen mit Netzanschluss erreichen z. B. bis 6.400 Umdrehungen pro Minute, akkubetriebene z. B. nur 2.500. Das wirkt sich unter Umständen auf das Polierresultat – den Glanz – aus. Und wenn wir schon beim Netzanschlusskabel sind, ist man mit mindestens vier Metern Länge gut beraten.

Auch die Geräuschentwicklung einer Maschine ist zu bedenken. Maschinen mit hoher Leistung erreichen einen höheren Lärmpegel und könnten nicht nur deine Nachbarn stören. Also ist es durchaus angebracht, die Dezibilangaben der Hersteller für eine Kaufentscheidung zu berücksichtigen.

Bei Frage 4 nehmen wir die zu polierende Fläche in den Blick. Grundsätzlich gilt: große Flächen – wie z. B. Bootsrümpfe, LKW-Fahrerkabinen, Lieferwagen, Camper etc. – können effektiver mit großen Poliertellern (ab 180 bis 245 mm) bearbeitet werden. Auch Exzenter-Maschinen mit 21 mm Polierhub (der Polierhub definiert die Abweichung der Schwingungsbewegung) sind für großflächige Anwendungen sinnvoll.

Wenn es aber um einen PKW geht, dann greife lieber zu einer möglichst universell einsetzbaren Polier-Maschine. Der Polierhub einer Exzenter-Maschine beträgt besser 9 mm, maximal 15 mm. 150 mm Durchmesser des Poliertellers reichen völlig aus. Es gibt auch Maschinen, die mit mehreren Poliertellern angeboten werden. Zum Beispiel ein zweiter Polierteller ( 80 mm Durchmesser), der für kleinteilige Flächen wie lackierte oder verchromte Stoßstangen, Zierleisten etc. sehr gut geeignet ist, kann da sehr hilfreich sein. Denn wenn der Polierteller für komplizierte Flächen zu groß ist, dann hilft nur Handarbeit mit Muskelkraft und Microfasertuch.

Poliermaschine Test bewertet von : 94/100