Autopolitur im Test – 4 Arbeitsschritte und die passende Politur

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Bei der Wahl einer Autopolitur ist Vorsicht geboten. Wer hier zum falschen Produkt greift, kann seinem Lack nachhaltig schaden. Hier erfährst du welche Politur wann zum Einsatz kommt.

Auto polieren: Arbeitsschritte und die passende Politur

1. Schritt: Grundreinigung mit Wasser und Lauge

Zunächst sollte Dreck und Staub mit Wasser und wenn nötig etwas Seifenlauge abgespült werden. Danach das Fahrzeug mit einem sauberen Microfasertuch trocken abwischen.

2. Schritt: Autopolitur für stark verwitterte/zerkratzte Lacke

Besonders bei matten und strapazierten Lacken sollte eine Politur mit hohem Schleifmittelanteil zum Einsatz kommen. Durch die darin enthaltenen Schleifmittel lassen sich zerstörte Lackschichten unter Zuhilfenahme einer Poliermaschine abtragen. So können typische Hologramme und Kratzer von Waschanlagen und Umwelteinflüssen beseitigt werden. Häufig wird auch die Bezeichnung Lackreiniger für Polituren mit einem hohem Grad an Schleifmitteln verwendet. Hier nun eine Auswahl von Polituren die wir für diesen Arbeitsschritt empfehlen.

3. Schritt: Politur für leicht beanspruchten Autolack

Wenn ein Lack kaum sichtbare oder nur kleine Kratzer aufweist, sollte der Schleifmittelanteil der Politur gering sein.

4. Schritt: Lack-Versiegelung mit Wachs

Ratgeber

Wie oft kann und sollte ich Polieren?

Eine Original-Lackschicht ist zwischen 100-200 𝛍m stark. Deshalb sind Schleifpolituren, die zum Ziel haben, eine matte, verwitterte Lackschicht abzutragen bzw. zu glätten, am besten nur einmal pro Jahr vorzunehmen.

Anders sieht es mit Lackkonservierungen mittels Wachs aus, die mit der Hand aufgetragen worden sind. Diese sollten nach 6 bis 8 Fahrzeugwäschen erneuert werden. Als Faustregel gilt, der Lack sollte mindestens zweimal im Jahr mit einem Wachs behandelt werden.

Eine Lackaufbereitung nimmt man am günstigsten nach der kalten Jahreszeit vor. Bei der gründlichen Fahrzeugreinigung, die jeder Politur vorangehen muss, werden zugleich die aggressiven Anhaftungen von Streusalzen und Laugen entfernt. Spätestens, wenn es wieder in den Winter hineingeht, sollte man eine Lackkonservierung mit hochwertigen Wachsen wiederholen.

Wie viel Politur benötige ich für mein Auto?

Viel hilft nicht immer viel. Grundsätzlich ist es angezeigt, sparsam mit Lackreinigern, Polituren und Wachsen umzugehen, nicht nur um den eigenen Geldbeutel, sondern auch um die Umwelt zu schonen. Wenn zu dick aufgetragen wird, erschwert das außerdem den nächsten Arbeitsschritt, alle Reste wegzupolieren. Für ein Auto der Golf-Klasse werden ca. 250 ml Wachs benötigt.

Sind Politur-Wachs-Hybride wirklich brauchbar?

Diese Produkte bestehen sowohl aus Reinigungspartikeln als auch aus konservierenden Wachsen (vorzugsweise Carnaubawachs). Dem bequemen Pfleger kommt diese 2-in-1-Funktion sehr entgegen. Wir haben mehrere dieser Produkte an einem Auto mit stark verwittertem Lack getestet und waren ausnahmslos positiv überrascht.

verwitterte motorhaube vor politur
Die Ausgangssituation vor Wäsche und Politur.
Polituren auf Motorhaube
Die getesteten Produkte
poliert-vs-unpoliert
Vor und nach der Politur im Vergleich.

Der Vorher-Nachher-Effekt ist deutlich. Alle Produkte haben eine ins Auge fallende optische wie haptische Verbesserung der Lackoberfläche bewirkt. Die zugleich aufgetragene Wachsschicht schützt das Fahrzeug bis zu 3 Monate vor Witterungseinflüssen. Die Produkte ließen sich sauber und leicht von Hand verarbeiten. Lediglich ein Schwamm zum Auftragen und ein Microfasertuch zum Polieren werden benötigt. Bevor man vor der aufwändigen Prozedur einer Politur zurückschreckt und den Lack des eigenen Fahrzeugs gar nicht behandelt, können wir diese preiswerte Form der Lackpflege nur empfehlen.

Brauche ich eine Poliermaschine?

Kurze Antwort: Nein! Und dann kommt das berühmte Aber! Eine klug gewählte Poliermaschine muß nicht teuer sein und erleichtert die Arbeit ungemein. Besonders dann, wenn einem die Lackpflege seines motorisierten Lieblings nicht nur bittere Pflicht, sondern zur Herzensangelegenheit geworden ist. Außerdem erzeugen Poliermaschinen hochglänzende Ergebnisse.

Was sind Hologramme und wie entstehen sie?

Als Hologramme werden feinste, oberflächliche längs oder kreisförmig angeordnete Kratzspuren im Autolack bezeichnet. Sie entstehen häufig in der Autowaschanlage, wenn der Betreiber die alte Bürstentechnik noch nicht durch Textilstreifen ersetzt hat. Also Bürstenwaschanlagen generell meiden.

Auch der fehlerhafte Umgang mit Poliermaschinen, vor allem mit Rotations-Poliermaschinen, begünstigt Hologramme. Oft entstehen sie, wenn der ungeübte Nutzer bei hohen Drehzahlen des Rotationstellers unbeabsichtigt zu lange auf einer Stelle verweilt, oder dem Autolack noch Schmutzpartikel anhaften, die beim Polieren aufgenommen werden, dann wie Schmirgelpapier wirken und Kratzer verursachen.

Schmutz-, Flugrost- und Insektenrückstände lassen sich vor dem Polieren gut mit Reinigungsknete entfernen. Bei diesem Arbeitsgang immer mit viel Gleitmittel (Wasser) arbeiten und aufgenommene Partikel von der Oberfläche in das Innere kneten.

Spielt die Lackfarbe eine Rolle?

Wer kennt das nicht? Auf dunklen Autolacken sticht jedes Staubkorn sofort ins Auge. Und bei Sonne trüben ungezählte Kratzer den erwünschten Glanz. Aber auch eine gut gemachte Lackpflege fällt beispielsweise bei einem schwarzen Lack umso stärker auf und erfreut den Automobilliebhaber. Bei der Wahl des Poliermittels ist die Farbe deines Autos erst einmal nicht ausschlaggebend.

Natürlich gibt es auch Produkte speziell für weiße, schwarze, blaue, silber/graue, rote und grüne Lacke. Diese Farbpolituren bieten den Vorteil eines kurzfristigen Effekts. Bei solch speziellen Polituren werden Farbpigmente in die Lackoberfläche eingearbeitet, die wie ein Make-up wirken.

Nachteil: Wer ein Make-up aufträgt, muss es bei der nächsten Pflege wieder abtragen. Außerdem färben die Farbpigmente die Schwämme und Tücher ein, so dass sie für andersfarbige Oberflächen unbrauchbar werden.

Was ist bei der Politur von Metallic-Lacken zu beachten?

Metallic-Lacke bieten nicht allein Vorteile im ästhetischen Bereich. Durch die Aufbringung mehrerer Schichten, insbesondere durch den abschließenden Klarlack, sind solche Lackierungen haltbarer und unempfindlicher gegenüber Witterungseinflüssen als einfache Buntlacke. Zum Beispiel bleichen sie unter dem Einfluss von UV-Strahlen nicht aus.

Das Argument, Metallic-Lacke seien auch in der Herstellung deutlich teurer und rechtfertigten einen nicht unerheblichen Aufpreis, hat sich hartnäckig gehalten, obwohl die eigentlichen Mehrkosten minimal sind und moderne Buntlacke heutzutage auch überwiegend aus Basis- und Klarlack bestehen. Es ist jedoch nach wie vor so, dass ein gut gepflegter Metallic-Lack den Wiederverkaufswert eines Autos erhöht, denn es gilt als sicher, dass eine Klarlackschicht den Basislack schützt, egal wie alt das Auto ist.

Bei der Politur von Metallic-Lacken geht es also nicht um die Auffrischung der Farbbrillanz, sondern um die Pflege des Klarlacks. Streiche einfach unmittelbar nach der Wäsche über die Motorhaube. Wenn eine raue Oberfläche hör- und spürbar ist, dann ist es Zeit für eine Lackpflege. Achtung! Keine Polituren mit Farbpigmenten verwenden!

Weitere Fragestellungen werden in Kürze beantwortet

  • Welche Art und Tiefe von Kratzern kann ich mit einer Politur beseitigen?
  • Welche Autopolitur-Marken sind gut?
    • Autopolitur Test bewertet von : 93/100